Die Akademie im IWBB: Fort- und Weiterbildung
   
  Weiterbildung
als Beitrag zur Professionalisierung der eigenen Arbeit

Hochschulentwicklung – hinterherlaufen oder vorwegnehmen?

  • Sie wollen neue Entwicklungen auf hohem Niveau in Ihre Berufserfahrung integrieren?
  • Sie wollen Ihnen zugeordnete Personen beruflich fördern?
  • Sie wollen sich als Nachwuchs auf künftige Aufgaben vorbereiten?

Die Akademie im IWBB bietet geeignete Veranstaltungen für die Professionalisierung der mit Hochschulen befassten Personen.

Nur in seltenen Fällen bieten wir reine Vortragsveranstaltungen an. Wir bevorzugen aktive Mitarbeit. Vorträge klingen zwar zunächst kompakt und effizient. Aber hier gilt besonders: die Tendenz, zu wenig Zeit vorzusehen, zahlt sich nicht aus. Meist wird dann die Schwelle zwischen “Kennen lernen” und “selbst Handeln können” nicht überschritten. Letzteres aber, theoriegeleitete Handlungskompetenz, ist erklärtes Ziel dieser Weiterbildung. Daher werden die Themen in einem Wechsel aus Information und aktiver Erprobung in den Seminaren in Handlungszusammenhänge eingebettet.

Die Themen gehen auf enge Kontakte mit den Adressaten zurück. Das Programm wird laufend weiter ausgebaut; regelmäßig kommen Neuentwicklungen hinzu. Daher lohnt es sich, die Ergänzungen des Gesamtprogramms auf der Homepage zu verfolgen.

Für weitere Themen nehmen wir gerne Anregungen auf.

   
I.

Fort- und Weiterbildung für Hochschul-, Fakultäts-, Fachbereichsleitungen (Präsidien, Dekanate u.ä.)

     
1.

1. Mitglieder der Präsidien und Rektorate (einschl. Kanzler) der Universitäten und Fachhochschulen

Fort- und Weiterbildungskonzept für diese Gruppe
Die Hochschulen müssen sich nicht nur in der Hochschul- und Wissenschaftslandschaft im Wettbewerb der Kernaufgaben Forschung, Studium und Transfer von der lokalen bis zur internationalen Ebene nach außen sichtbar positionieren. Sie müssen dies auch zusammen mit Fachbereichen und zentralen Einrichtungen entwickeln, zumindest plausibel nach innen vermitteln können. Bei beiden Prozessen ist der Rat in der Wissenschaftspolitik erfahrener Experten wertvoll, die selbst keine konkurrierende Einrichtung (mehr) vertreten. Für diese Entwicklungsfragen wird das IWBB entsprechende Angebote vom zweiten Halbjahr 2009 an vorlegen.
Die Vermittlung nach innen fällt nicht immer leicht. Mal sind Fachbereiche Zentrum der Entwicklungspläne, stellen sich ihre Entwicklungsrichtung aber ganz anders vor. Mal finden sie sich in einem Profil der Hochschule als eher periphere Größe wieder, in die kaum weiter investiert werden soll. Mal will die Hochschule verstärkt in Lehre investieren, die Fachbereiche aber in ihre Forschung, mal will ein Fachbereich Studiengänge hoch ziehen, die nicht ins Konzept der Hochschulleitung passen. Das kann aber verhandlungsfähig und Kompromissen zugänglich sein. Immer wieder kommt es aber – neben produktiver Zusammenarbeit – zu Dissonanzen, die bis in eine kontinuierliche offene oder latente Opposition der Fachbereiche gegen Strategien und Einzelkonzepte der Hochschulleitung reichen können. Auch hier gibt es Möglichkeiten, zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit zurück zu kehren. Sie in den verschiedenen Veranstaltungsangeboten des IWBB kennen zu lernen, kann sehr viel Energie, Nerven und Zeit in eigenen Auseinandersetzungen vor Ort sparen.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot


2.

Fort- und Weiterbildung rund um das Dekanat
2.1

Veranstaltungen für Dekane, Prodekane, Studiendekane

Fort- und Weiterbildungskonzept für diese Gruppe
Die Anforderungen an Dekane, Studiendekane, Kommissionsvorsitzende werden zunehmend komplexer. Für einen schnellen Einstieg und eine effiziente Amtsführung ist eine zügige Einarbeitung und Qualifikation notwendig. Die Leitung von Fachbereichen stellt heute höchste Anforderungen auf vielen bis dahin in der akademischen Karriere nicht vorkommenden Gebieten. Naturtalente sind rar gesät. Mit der steigenden Autonomie der Hochschulen und Weitergabe der wachsenden Spielräume an die dezentralen Organisationseinheiten einerseits und der Stärkung der Fachbereichs- bzw. Fakultätsleitungen andererseits sind quantitative Zuwächse der Aufgaben verbunden, die eine sorgfältigere Organisation erfordern. Aber vor allem der qualitative Anstieg der Anforderungen (z.B. Analyse- und Urteilsfähigkeit in der Sache) macht eine Professionalisierung der Leitung von Fachbereichen bzw. Fakultäten unausweichlich. Die frühere kollegiale Koordination und Repräsentation teilautonomer Lehrstühle ist längst einem komplexen Fachbereichsmanagement gewichen, das nicht nebenher erledigt werden kann. Mit den Juniorprofessuren und ihrer Zwischenevaluation stellen sich neue, verantwortungsvolle Aufgaben der qualifizierten Nachwuchsbetreuung; mit dem Globalhaushalt und seiner dezentralen Verwaltung (auch des Personalhaushaltes), die neue Planungsdimensionen eröffnet, mit Deckelung der Summen, Bildung von Rücklagen und der steigenden Bedeutung von Drittmitteln, deren Einwerbung und aufwändigen Verwaltung, um nur einige Organisationsfelder zu benennen - mit all dem müssen Dekanatsmitglieder umgehen oder zumindest aufsichtlich-urteilsfähig Bescheid wissen. Die Einführung gestufter Studiengänge nach Bologna-Konzept mit ihrem unerwartet hohen Beratungsbedarf, mit Kompetenzspektren, Praktika, Studienbegleitenden Prüfungen, mit Modulverantwortlichen und dem Anstieg ausländischer Studierender, mit Akkreditierung, Evaluation und Re-Akkreditierung hat sich eine neue, aufwendige Welt in Lehre und Studium aufgetan, die durch Studiendekane betreut wird.
Nichts dergleichen ist Gegenstand der normalen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die man selbst genossen hat: Weiterbildung ist unausweichlich, wenn der Fachbereich nicht Schaden nehmen soll. Der Professionalisierungsbedarf steht in umgekehrtem Verhältnis zur verfügbaren Zeit; trotzdem ist gezielte Weiterbildung ökonomischer als ungebündelte eigene Aneignung im Alltag. Die Teilnehmer an diesem Angebot erwerben zu allererst Kenntnisse, Sensibilität, Urteilsfähigkeit, um die anstehenden Themen nicht zu unterschätzen und differenziert sehen zu lernen; sie lernen, welche Probleme der Fachbereich bzw. die Hochschule selber lösen kann und auf welchen Wegen; wo die Grenzen - auch der Rentabilität einer dilettantischen “Neuerfindung des Rades” - liegen, wo Experten für die professionelle Lösung von Fachbereichsfragen zu finden sind und welche Anforderungen an professionelle Lösungen zu richten sind. Damit werden schon wichtige Schadensursachen für den Fachbereich ausgeschlossen. Wo immer zeitlich möglich, werden die Teilnehmer auch selbst befähigt, Problemlösungen zu entwickeln. Auf jeden Fall lernen sie, Meinungs- und Willensbildungsprozesse in Fachbereichen professionell zielorientiert und beschleunigend zu moderieren und natürliche Interessenkonflikte auszugleichen bzw. kompromissorientiert zu verhandeln und sich nicht als Konfliktpartei verschleißen zu lassen. Sie erwerben die Fähigkeit, Prozesse des Wandels professionell zu leiten (Change Management).

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot
 

2.2

Veranstaltungen für
Fachbereichsreferent/innen, Fakultätsgeschäftführer/innen, Fakultätsräte, u.ä.

Fort- und Weiterbildungskonzept für diese Gruppe
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Fachbereichsreferent/innen in Dekanaten eingestellt. Sie heißen Fakultätsräte, Fachbereichsgeschäftsführer/innen u.ä. So unterschiedlich die Bezeichnungen, so unterschiedlich sind auch die Tätigkeitsbereiche der beinahe 250 StelleninhaberInnen innerhalb und zwischen den Hochschulen in Deutschland. Diese in den meisten Hochschulen neue Berufsgruppe kann nicht gerade über einen monotonen Tageslauf klagen. Wenn andere von “Job-enrichment” träumen, würden sich die Kolleg/innen manchmal Ansätze von Arbeitsteilung wünschen. Nicht für alles, was ihnen auf den Schreibtisch gerät, können sie (zunächst) kompetent sein. Bei den umfassenden, sich ständig verändernden und neu hinzukommenden Aufgaben entsteht regelmäßiger Bedarf an neuen Kenntnissen und Fähigkeiten. Die Fähigkeit der schnellen und effektiven Einarbeitung zeichnet diesen Beruf als ReferentInnen sicherlich aus, dennoch wünscht man sich oft hilfreichen Austausch oder professionelle Hilfestellung. Weiterbildungsangebote waren bisher nur selten auf das Berufsbild ausgerichtet; das liegt zum einen an der Breite der Aufgabenfelder, zum anderen an der noch fehlenden Wahrnehmung dieser Berufsgruppe und ihrer Bedürfnisse.
Daher hat sich das IWBB dieser Themen angenommen. Aufgrund unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen und Tätigkeitsfelder sind viele Kolleg/innen SpezialistInnen mit viel Praxiserfahrung in dem einen oder anderen Aufgabenfeld: da liegt es nahe, dass sie selbst wechselseitig über ihre Spezialgebiete referieren oder gemeinsam in einem Workshop Lösungen und Alternativen zu einem Problemfeld erarbeiten. Erfahrene Kolleg/innen mit viel Praxiserfahrung in speziellen Feldern werden also im wechselseitigen Erfahrungsaustausch, aber auch von externen Spezialisten weitergebildet; neu in diese Aufgaben eingetretene KollegInnen können wir auf diese Weise auch flexibel an Bord holen und ihnen die Einarbeitung erleichtern. Das hier folgende Weiterbildungsangebot ist mit Fachbereichsreferent/innen abgestimmt.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot


2.3

Veranstaltungen für
Verwaltungsangestellte in Dekanaten (insbesondere Dekanatssekretärinnen)

Fort- und Weiterbildungskonzept für diese Gruppe
Diese Gruppe wird in ihrem Beitrag zum Funktionieren von Hochschulen weithin unterschätzt. Die Mitglieder stellen vielfach die Kontinuität zwischen den betreuten Amtsinhabern her, sind Organisationsdrehscheibe für Informationen und Initiativen, nehmen frühzeitig Stimmungen und Strömungen auf. In (oft weiblicher) Diplomatie lassen sie ihre Einschätzungen von Sachverhalten in den weiteren Verlauf von Vorgängen einfließen. Das ist das Ergebnis langjähriger Berufspraxis. Meist fingen sie zwar mit sehr guten Kenntnissen der Büroorganisation an, aber erhielten keine systematische Ausbildung über ihr Arbeitsumfeld “Hochschule”.
Es geht in dem vorliegenden Programm darum, neu auf diese Positionen gelangte Kolleginnen professionell zu qualifizieren und mit umfangreichem Hintergrundwissen auszustatten, sodass sie schneller über das Verständnis verfügen, das sonst nur in längerer Berufspraxis erworben werden kann - wenn überhaupt. Hierzu sollen die Erfahrungen langjähriger Kolleginnen nun als Dozentinnen nutzbar gemacht werden, ergänzt durch das Hintergrundwissen der Hochschulforscher. Die Weiterbildung soll nicht Techniken der Büroorganisation vertiefen, sondern das lokale, regionale und überregionale Wissenschaftssystem transparent machen sowie Verständnis für Wissenschaft und Wissenschaftler wecken.
Die Absolventinnen sollen nach erfolgreichem Abschluss dieses Programms die Spezifika von Hochschulen kennen und verstanden haben, was es als Leitungs- und Verwaltungsaufgabe heißt, “Wissenschaft zu ermöglichen”. Sie sollen im Stande sein, Forschung, Lehre, Studium, Transfer und Weiterbildung auf dem Hintergrund dieses Verständnisses zu unterstützen.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot

     
II.

Fort- und Weiterbildung für Mitglieder von Stäben in Ministerien, Wissenschaftsorganisationen und Hochschulverwaltungen (zentrale, dezentrale Ebene)

     
1. Veranstaltungen für Dezernenten, Planer in Hochschulstäben, Qualitäts- und Bologna-Beauftragte, Projektmanager in Studienreform- und anderen Innovationsprojekten und weitere Mitglieder der Hochschulverwaltung

und

Mitglieder der Stäbe von Wissenschaftsorganisationen, Mitglieder von Grundsatz-, Planungs- und Hochschulabteilungen der Wissenschaftsministerien

Fort- und Weiterbildungskonzept für diese Gruppe
Die Funktionsträger dieser Adressatengruppen haben i.d.R. eine Fachausbildung absolviert, aber keine Hochschulbezogene Spezialausbildung. Die hier zu erfüllenden Aufgaben sind jedoch komplex und setzen detaillierte Innenkenntnisse der Hochschulen voraus. Sie lassen sich bisher nur an wenigen Orten studieren. Daher haben neu in diese Aufgaben hineinwachsende Kolleg/innen einen relativ großen Einarbeitungsbedarf. Es fehlen sowohl systematische Überblicke als auch gezielte Vertiefungen in Spezialthemen. Aber auch einschlägig Berufserfahrene haben Weiterbildungsbedarf, der sich nicht auf Tagungen befriedigen lässt. Der Professionalisierungsbedarf auch dieser großen Adressatengruppe steht in umgekehrtem Verhältnis zur verfügbaren Zeit; trotzdem ist gezielte Weiterbildung ökonomischer als ungebündelte eigene Aneignung im Alltag. Die Informationsbedürfnisse aller Teile dieser Gruppe sind nicht deckungsgleich, aber weisen große Überlappungsbereiche auf. Den Planern (und möglicherweise anderen Teilgruppen ebenso) ergeht es ähnlich wie den Fachbereichsreferenten: Auf ihren Schreibtischen kreuzen sich viele Vorgänge, an (fast) allen Zukunftsplanungen sind sie beteiligt, oft zu Utopien aufgefordert, sollen in (fast) allem kompetent sein - das geht nicht mit rechten Dingen zu. Spezialisten können hier in der Weiterbildung auch weiterhelfen. Nachfolgend wird ein spezielles WB-Programm bereitgestellt, mit dem Teilnehmer das für ihre Aufgaben notwendige Wissen und Können erwerben und erproben können. Nahe liegender Weise gibt es Überlappungen mit anderen Adressatengruppen, aber auch spezifische WB-Bedürfnisse.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot
 
     
2. Veranstaltungen für Präsidial-, Rektorats,- Dezernats- und Dekanatssekretärinnen bzw. Assistent/innen der Hochschulleitung

Fort- und Weiterbildungskonzept für diese Gruppe
Diese Gruppe wird in ihrem Beitrag zum Funktionieren von Hochschulen weithin unterschätzt. Die Mitglieder stellen vielfach die Kontinuität zwischen den betreuten Amtsinhabern her, sind Organisationsdrehscheibe für Informationen und Initiativen, nehmen frühzeitig Stimmungen und Strömungen auf. In (oft weiblicher) Diplomatie lassen sie ihre Einschätzungen von Sachverhalten in den weiteren Verlauf von Vorgängen einfließen. Das ist das Ergebnis langjähriger Berufspraxis. Meist fingen sie zwar mit sehr guten Kenntnissen der Büroorganisation an, aber erhielten keine systematische Ausbildung über ihr Arbeitsumfeld “Hochschule”.
Es geht in dem vorliegenden Programm darum, neu auf diese Positionen gelangte Kolleginnen professionell zu qualifizieren und mit umfangreichem Hintergrundwissen auszustatten, sodass sie schneller über das Verständnis verfügen, das sonst nur in längerer Berufspraxis erworben werden kann - wenn überhaupt. Hierzu sollen die Erfahrungen langjähriger Kolleginnen nun als Dozentinnen nutzbar gemacht werden, ergänzt durch das Hintergrundwissen der Hochschulforscher. Die Weiterbildung soll nicht Techniken der Büroorganisation vertiefen, sondern das lokale, regionale und überregionale Wissenschaftssystem transparent machen sowie Verständnis für Wissenschaft und Wissenschaftler wecken.
Die Absolventinnen sollen nach erfolgreichem Abschluss dieses Programms die Spezifika von Hochschulen kennen und verstanden haben, was es als Leitungs- und Verwaltungsaufgabe heißt, “Wissenschaft zu ermöglichen”. Sie sollen im Stande sein, Forschung, Lehre, Studium, Transfer und Weiterbildung auf dem Hintergrund dieses Verständnisses zu unterstützen.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot

 
     
III. Fort- und Weiterbildung für Wissenschaftliche Mitglieder von Fakultäten in Lehre, Forschung, Selbstverwaltung, Lehrstuhlmanagement (insbesondere Auf- und Ausbau der Lehrkompetenz für Nachwuchswissenschaftler/innen)
 


Fort- und Weiterbildungskonzept für diese Gruppe
Für viele Tätigkeitsfelder von Professoren ist in der Vergangenheit in der akademischen Karriere nicht ausgebildet worden; auch sind neue Anforderungen hinzugekommen. Dazu zählen die noch immer steigende Bedeutung der Drittmitteleinwerbung (insbesondere mit EU-Bürokratie), Qualitäts-, Evaluations-, Akkreditierungsdebatten und ein entsprechendes Berichtswesen sowie neue Themen wie Kompetenzorientierung, Modularisierung, Modulprüfungen, Creditpunkte im Zusammenhang mit der Umstellung der Studiengänge. Normale Dienstaufgaben füllen schon aus. Aber insbesondere die neuen Anforderungen setzen eine gute Überlegung und Organisation voraus, wenn sie erfüllt werden sollen, ohne alle Zeitrahmen zu sprengen. Jede hier in Weiterbildung investierte Stunde spart Kraft und Zeit in der Alltagspraxis. Die Teilnehmer können (wie der systematisch ausgebildete wiss. Nachwuchs) als Ergebnis des Seminarprogramms ihre eigenen Belange professionell organisieren, ihre Interessen angemessen vertreten, Führungsaufgaben wahrnehmen und ihrer sozialen Verantwortung für die von ihnen abhängigen, ihnen unterstellten Bediensteten mit der nötigen Sensibilität und Umsicht nachkommen.

Häufig bestehen falsche Vorstellungen darüber, wie die Weiterbildungsveranstaltungen aufgebaut sind. In seltenen Fällen treten Experten auf, die in Vortragsform Überblicke bieten oder empfehlenswerte Handlungsabläufe darstellen. Hier gilt besonders, was eingangs zu den Veranstaltungsformaten gesagt wurde: die Tendenz, zu wenig Zeit vorzusehen, zahlt sich nicht aus. Meist wird dann die Schwelle zwischen “kennen lernen” und “selbst Handeln können” nicht überschritten. Letzteres aber, Theoriegeleitete Handlungskompetenz, ist erklärtes Ziel auch dieser Weiterbildung. Daher werden die Themen in einem Wechsel aus Information und aktiver Erprobung auch in den Seminaren in Handlungszusammenhänge eingebettet.

Mit den Juniorprofessuren und ihrer Zwischenevaluation stellen sich neue, verantwortungsvolle Aufgaben der qualifizierten Nachwuchsbetreuung; mit dem Globalhaushalt und seiner dezentralen Verwaltung (auch des Personalhaushaltes), die neue Planungsdimensionen eröffnet, mit Deckelung der Summen, Bildung von Rücklagen und der steigenden Bedeutung von Drittmitteln, deren Einwerbung und aufwändigen Verwaltung, um nur einige Organisationsfelder zu benennen - mit all dem müssen Fachbereichsmitglieder umgehen oder zumindest aufsichtlich-urteilsfähig Bescheid wissen. Die Einführung gestufter Studiengänge nach Bologna-Konzept mit ihrem unerwartet hohen Beratungsbedarf, mit Kompetenzspektren, Praktika, Studienbegleitenden Prüfungen, mit Modulverantwortlichen und dem Anstieg ausländischer Studierender, mit Akkreditierung, Evaluation und Re-Akkreditierung hat sich eine neue, aufwendige Welt in Lehre und Studium aufgetan, die betreut werden wird.

Nichts dergleichen ist Gegenstand der normalen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die man selbst genossen hat: Weiterbildung ist unausweichlich, wenn der Fachbereich nicht Schaden nehmen soll. Der Professionalisierungsbedarf steht in umgekehrtem Verhältnis zur verfügbaren Zeit; trotzdem ist gezielte Weiterbildung ökonomischer als ungebündelte eigene Aneignung im Alltag. Die Teilnehmer an diesem Angebot erwerben zu allererst Kenntnisse, Sensibilität, Urteilsfähigkeit, um die anstehenden Themen nicht zu unterschätzen und differenziert sehen zu lernen; sie lernen, welche Probleme der Fachbereich bzw. die Hochschule selber lösen kann und auf welchen Wegen; wo die Grenzen - auch der Rentabilität einer dilettantischen “Neuerfindung des Rades” - liegen, wo Experten für die professionelle Lösung von Fachbereichsfragen zu finden sind und welche Anforderungen an professionelle Lösungen zu richten sind. Damit werden schon wichtige Schadensursachen für den Fachbereich ausgeschlossen. Wo immer zeitlich möglich, werden die Teilnehmer auch selbst befähigt, Problemlösungen zu entwickeln. Auf jeden Fall lernen sie, Meinungs- und Willensbildungsprozesse in Fachbereichen professionell zielorientiert und beschleunigend zu moderieren und natürliche Interessenkonflikte auszugleichen bzw. kompromissorientiert zu verhandeln und sich nicht als Konfliktpartei verschleißen zu lassen. Sie erwerben die Fähigkeit, Prozesse des Wandels professionell zu leiten (Change Management).

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot


Für den modularisierten Auf- und Ausbau der Lehrkompetenz (Hochschuldidaktik) bietet das IWBB ein eigenes, seit Jahren bewährtes Programm, das aus drei Modulen zu je drei Kompaktseminaren sowie Aktivitäten des Transfers in experimenteller Lehrpraxis besteht. Von diesen neun Seminaren können drei aus einem Spektrum von Themen gewählt werden. Seit Kurzem sind zwei weitere Module hinzugefügt worden. Das Programm kann in selbst bestimmtem Tempo durchlaufen werden. Es ist curricular in überregionaler bzw. deutschlandweiter Abstimmung nach internationalen Maßstäben aufgebaut. Sieben Veranstaltungen des Curriculums sind im Jahr 2000 von der AHD akkreditiert worden.

Das Konzept und die Veranstaltungen können der Seite „Lehrkompetenz“ dieser Homepage entnommen werden.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot
     
IV. Fort- und Weiterbildung für Studierende (als Lernende, Beratende, Leitung von Tutorien u.ä.)
 


Fort- und Weiterbildungskonzept für diese Gruppe

Konzept: Studierende in Gremien, Kommissionen, Fachschaften
Die Vertretung studentischer Interessen in den Hochschulgremien wird in den zeitlich noch knapperen Strukturen der Bologna-Studiengänge noch schwieriger als bisher. Es wird immer schwerer, Studierende zu finden, die noch bereit sind, Zeit dafür zu opfern. Trotzdem muss die studentische Sicht, müssen ihre Erfahrungen in die Abwägung der Entscheidungen der Hochschulen mit eingehen. Andernfalls würde die Entscheidungsqualität leiden; desintegrierende, demotivierende Wirkungen wären unvermeidlich. Würde eine solche Entwicklung eintreten, müsste der Umsicht der Entscheidungen womöglich durch Protestaktionen gegenüber der (Hochschul-)Öffentlichkeit nachträglich nachgeholfen werden. Sie würden - neben ihrer aufklärerischen und Reflexion anregenden Wirkung - weitere Energien und Zeit binden. Das ist die eine Richtung und Wirkung studentischer Arbeit.
Die andere Richtung studentischer Arbeit besteht (als ein oft unterschätztes Sozialisationselement im Studium) in der Aufklärungsarbeit den Studierenden selbst gegenüber. Dies geschieht in der Beratung, die die Fachschaften leisten, aber auch in der hochschulöffentlichen Aufklärung, die sehr viel eigene Sachkenntnis voraussetzt, die z.T. erst zeitintensiv erworben werden muss. Diese Aktionen tragen in den zustimmenden oder ablehnenden Reaktionen bei den Studierenden mit dazu bei, den Horizont zu öffnen, die eigene Urteilsfähigkeit zu steigern und letztlich den gesellschaftlichen Auftrag des Studiums zu erreichen, in einem sozialen Rechtsstaat verantwortlich handeln zu können (Hochschulrahmengesetz § 7).
Diese Richtungen studentischen Engagements werden um so effektiver verfolgt, wenn sie von Anfang an von hoher Sachkenntnis getragen sind. Die hier vorliegenden Weiterbildungsangebote tragen komprimiert zu dieser Sachkompetenz bei; außerdem könnten sie in ihrem fördernden Charakter wichtige Weiterbildungsgewinne bieten, die dem eigenen Studium nützen. Sie können für die in die studentische Selbstverwaltung investierte Zeit ein Stück weit entschädigen.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot

Konzept: Studieren lernen
Die Ursachen für erfolgreiches Studium oder für Studienkrisen liegen - soweit nicht curricular, alltagsorganisatorisch oder arbeitsmarktinduziert - sehr oft in der Motivation und letztlich in der Frage nach dem Sinn des Studiums und dem Sinn der Einzelschritte hin zum Studienziel. Daher geht es zentral darum, mit den Erstsemestern bzw. Studierenden in der Studieneingangsphase abzuklären, welchen Sinn sie dem Studium abgewinnen können/sollten und wofür es sich lohnt, sich zu engagieren. Dann geht es natürlich auch um die Instrumente, die Methoden, um eigene Ziele zu verwirklichen. Darunter zählen Lernstrategien, Methoden wiss. Arbeitens usw. Aber auch das verständige Lesen der Studien- und Prüfungsordnungen gehört dazu, um eigene Interessen mit den gebahnten Studienverläufen vergleichen zu können, deren (hoffentlich guten) Sinn zu erfassen und die Spielräume (einschließlich Schlupflöchern und Hintertürchen) zu erkennen, die es ermöglichen, die eigenen Interessen (sprich: den eigenen Sinn des Studiums) maximal zu verwirklichen. In den Spezialveranstaltungen geht es darum, “Studieren zu lernen”. Dabei lässt sich Manches nur in engem Zusammenhang mit juristischem Stoff und juristischen Fragestellungen verstehen und üben, aber ein Überblick vorweg erleichtert den Einstieg und das Wiedererkennen.

Kurz gefasst, besteht das Ziel dieser Veranstaltungen also darin, Studierende zu einem aktiven Studium zu befähigen, sie zu orientieren, sie ihren spezifischen Sinn des Studiums erkennen zu lassen, mit Lern- und Studientechniken auszustatten und sie zu einem effektiven Selbststudium zu ermutigen.

Die Studieneingangsphase optimal zum eigenen Studium zu nutzen will gelernt sein. Die wenigsten Erstsemester können das. Es handelt sich aber um die wichtigste Phase im Studium. Wenn die gelingt, ist für den Rest des Studiums viel gewonnen. Das Programm “Studieren lernen” fasst lange Erfahrungen zusammen und sollte angesichts des suboptimalen Zustands der meisten Eingangsphasen von Studiengängen studienbegleitend in Wochenendblocks absolviert werden.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot

Konzept: Gestaltung von Tutorien
Nicht deckungsgleich, aber doch in weiten Teilen gleich oder ähnlich ist das Interesse der Studierenden einzustufen, in geeigneten Veranstaltungen auf ihre künftige Aufgabe der Moderation von Tutorien vorbereitet zu werden. Die Gestaltung von Tutorien ist ein schon traditionelles Feld studentischen Engagements, für die hier ein Ausbildungsprogramm vorgelegt wird. Mitglieder des IWBB verfügen über jahre- und jahrzehntelange Erfahrung in der Ausbildung von Tutor/innen. Sie stellen diese hiermit zur Verfügung. Aus der Arbeit sind auch zahlreiche Veröffentlichungen hervorgegangen. Studierende werden nicht als Mini-Dozenten fit gemacht, sondern dazu, Kleingruppen zu moderieren, Studierende zu einem aktiven Studium zu befähigen, sie zu orientieren, sie ihren spezifischen Sinn des Studiums erkennen zu lassen, mit Lern- und Studientechniken auszustatten und sie zu einem effektiven Selbststudium zu ermutigen.

Für spezifische Veranstaltungen vgl. das aktuelle Veranstaltungsangebot