Qualitätssicherung, Evaluation und Akkreditierung
 
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Der Schwerpunktbereich Qualitätssicherung, Evaluation und Akkreditierung des heutigen IWB Bielefeld besteht seit 1991, lange Zeit als Projektgruppe Hochschulevaluation an der Universität Bielefeld geführt. Vor allem in der Anfangsphase derartiger Evaluationen in Deutschland war sie in Projekten des Bundes und von Ländern (Hessen, Nordrhein-Westfalen) auf die Neuentwicklung von Standards der Evaluation von Lehre, Studium und Studiengängen und spezifischer Methoden konzentriert. Aufgrund der Auswertung internationaler Erfahrungen und Ansätze wurde das Bielefelder Modell der Evaluation von Lehre und Studium im Kontext von Organisations- und Personalentwicklung erarbeitet. Das Modell wurde in z.Z. über 80 Fachbereichen an Universitäten und Fachhochschulen eingesetzt (u.a. Medizinerausbildung Universität Essen; mehrere geisteswissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche und Informatik- Studiengänge in Fakultäten der TU Chemnitz; Gesamtbild der Lehrerausbildung der TU Chemnitz; Fakultäten Linguistik und Literaturwissenschaft, Soziologie, Abteilung Philosophie der Universität Bielefeld; Volkswirtschaftslehre Universität Mannheim; Forstwissenschaften Universität Freiburg/Br.; 10 Fachbereiche BWL, 7 Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen an Fachhochschulen, Begleitforschung der Studiengänge Pflegepädagogik und Pflegemanagement der Kath. Fachhochschule NRW usw.). Außerdem wurde in einem Projekt der EU von Wolff-Dietrich Webler ein Akkreditierungssystem für die Ukraine entwickelt.

Ziel:
Aktionsfeld des Schwerpunktbereiches Hochschulevaluation sind alle evaluationsbasierten Aktivitäten zur Qualitätssteigerung in Forschung, Lehre und Studium.

Aktuelle Entwicklung: Inzwischen haben sich aus dem Modell vier Varianten entwickelt:

  • die „Standardversion“ einer gründlichen Evaluation mit Empfehlungen zur Weiterentwicklung und zu Problemlösungen (auch als einstufige Kombination von Selbst- und Fremd-(Peer-)Evaluation oder als „Selbstbericht“ in der ersten Stufe eines Peer-Review-Verfahrens),
  • die Verknüpfung mit einem Qualitätsmanagement-System des Fachbereichs,
  • die Verknüpfung mit Peer-Review, aber nicht getrennt in zwei Stufen, sondern als Fachbeirat schon in der 1. Evaluationsstufe unter dem Dach des Evaluationsprojekts,
  • als jüngste Variante: nach einer ersten gründlichen Bestandsaufnahme ein evaluatives Frühwarnsystem mit relativ geringem Aufwand, mit dem den Evaluationsaufgaben nachgekommen werden kann.
  • Die Forschungsevaluation kam inzwischen mit neuen Ansätzen dazu.
  • Die Lehrberichterstattung ist entwickelt und als Auftrag kleinerer Hochschulen durch uns periodisch übernommen worden.
  • Außerdem ist eine besondere, effektive und effiziente Methodik für Veranstaltungsbewertungen entwickelt worden, die häufig eingesetzt wird (vgl. gesondertes Schreiben).

Ein Charakteristikum des Ansatzes liegt darin, dass der Fachbereich keinen Selbstbericht erstellt, sondern dass die externen Hochschulforscher, ohne Interessenträger im Fachbereich zu sein, in enger Abstimmung mit einer Begleitgruppe des Fachbereichs die Situation des Fachbereichs bzw. des Studiengangs empirisch erheben. Als Experten für Lehr- und Lernvorgänge beurteilen sie dann die Situation und beraten den Fachbereich, mit welchen Maßnahmen er seinen eigenen Zielen näher kommen kann. Sie lassen sich also ausdrücklich auf die Werte und Überzeugungen des Fachbereichs und evtl. ausdrückliche Abweichungen vom Mainstream in Reform-Modellen ein - anders als manche Gutachter in Peer-Review-Verfahren, die sich selbst als Vertreter von Mainstream-Positionen entpuppen. Aber der von diesen Hochschulforschern erstellte Evaluationsbericht kann natürlich auch als Selbstbericht in einem zweistufigen Peer-Review-Verfahren eingesetzt werden.
Ein wesentlicher Akzent liegt in den letzten Jahren auf dem follow-up: Was passiert, wenn die Evaluation eines Fachbereichs vorbei ist? Hier folgen oft punktuelle Veränderungen, Curriculumwerkstätten, Zukunftswerkstätten, hochschuldidaktische Fortbildung in Kooperation mit dem Schwerpunktbereich.
Neben den variablen Modellen bietet der Schwerpunktbereich als Besonderheit, dass hier Evaluation, Beratung, Fortbildung und Entwicklung (bis hin zu Coaching bei der Entwicklung von Akkreditierungsanträgen) auf der Basis jahrzehntelanger Erfahrung aus einer Hand kommen.

Die Kooperationsangebote umfassen im einzelnen:

  • Evaluation von Forschung, Lehre und Studium (Studiengänge und Lehrveranstaltungen)
  • Schulung für Evaluationsprozesse,
  • Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium,
  • Personal- und Organisationsentwicklung,
  • empirische Begleitung von Studiengängen (z.B. für die nächste Evaluation/Re-Akkreditierung)
  • Beratung, z.B. bei der effektiven und effizienten Entwicklung der Modulprüfungen
  • insbesondere Fortbildung zum Ausbau der Lehrkompetenz (z.B. bei der Anleitung des Selbststudiums und der Vermittlung von Kernkompetenzen des Studiums) und in Bereichen des Hochschulmanagement
  • Curriculumentwicklung/ Modulentwicklung, insbesondere im Zeichen von Stufung und Modularisierung.