Anlage 3
 
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Weitere anrechenbare Aktivitäten

Zusammengezogen und anerkannt werden können künftig

  • verschiedene Formen der Erprobung und Auswertung eigener Praxisentwicklung (von der experimentellen Veränderung eigener Lehrveranstaltungen oder einzelner Lernsituationen, Erprobung und Dokumentation neuer Veranstaltungselemente bis zu Curriculumentwicklungs- und Evaluationsprozessen sowie kollegialen Planungs-AG´s,)
  • das Bündel unterschiedlicher Formen von selbst in Anspruch genommener oder kollegial gegebener (Lehr-)Beratung (individuelle Beratung, wechselseitige Hospitationen und andere Praxisteilnahmen, Coaching-Beziehungen usw.),
  • (begleitetes) Selbststudium als Einzelarbeit, Initiativen der Lehrenden in selbstorganisierten kollegialen Lerngruppen (also peer-learning), (Arbeitskreise, Hospitationen, Lektürezirkel usw.), die auf die konzeptionelle und praktische Verbesserung von Lernen und Lehre gerichtet sind, die schriftliche Erarbeitung eines lehrbezogenen Themas,
  • aktive Beschäftigung mit Rahmenbedingungen der Lehre (z.B. eigene konzeptionelle, curriculare und Modularisierungs- sowie andere Probleme reflektierende Vorlagen in der Gremienarbeit in deren zeitlichem Aufwand),
  • das informelle Lernen (durch Verarbeitung von Erfahrungen in den eigenen alltäglichen Praxiszusammenhängen).

Diese Aktivitäten müssen in nachprüfbarer Weise dokumentiert und verarbeitet werden, um für das abschließende Zertifikat (s.u.) anerkannt werden zu können. Um über diese Möglichkeiten von vornherein zu orientieren und keine langen Anerkennungsdebatten mit der das Zertifikat ausstellenden Einrichtung auszulösen wird angestrebt, innerhalb der Hochschuldidaktik in Deutschland so schnell als möglich einen entsprechenden Konsenskatalog zu verabschieden.

Frühere, beim Verfasser absolvierte Werkstattseminare mit den o.g. Themen werden angerechnet. Für andere hochschuldidaktische Seminare aus anderen Zusammenhängen besteht diese Möglichkeit nach näherer Äquivalenzprüfung ebenfalls, soweit sie nicht ohnehin zum Bereich gegenseitig anerkannter Veranstaltungen gehören. Um das IWBB-Zertifikat zu erhalten, müssen aber mindestens 60% der Seminare in Veranstaltungen von IWBB-Moderator/innen absolviert worden sein.

Eine regelmäßig gestellte Frage bezieht sich auf die Anerkennung der in einem Referendariat für das Lehramt erbrachten Leistungen. Das mag zunächst verwundern, denn es gibt zweifellos Überlappungsbereiche. Aber es gibt auch umfangreiche Differenzen. Nach langer Diskussion seinerzeit innerhalb der AHD auf Bundesebene wurde entschieden, Leistungen daraus nicht anzurechnen. Bei gründlicherer Betrachtung der Ziele des Referendariats, der damit verbundenen Sozialisationsprozesse für den jeweiligen Nachwuchs usw. sowie des unterschiedlichen Auftrags von Schule und Hochschule sind die Gleichheiten zwischen der Vorbereitung auf die Tätigkeit als Lehrer/in, insbesondere im Unterricht an Schulen und der Vorbereitung auf eine Tätigkeit als Hochschullehrer/in viel geringer, als auf den ersten Blick plausibel scheint. Jedenfalls gibt es viele Themen, die bei letzterer behandelt werden müssen und bei ersterer nicht (genügend) vorkommen. Einige Hinweise dazu gibt auch das Merkblatt “Unterschiede zwischen Schule und Hochschule”.